Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

ESL, die neue, bessere Glühbirne?

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 18. September 2009 • Kategorie: Technologie

Die Firma VU11 hat seit ein paar Jahren einen Nachfolger für unsere Glühbirnen in der Mache. Gerade hat man ein Info- und Werbe-Filmchen veröffentlicht:

Angesprochen wird im Film die Notwendigkeit eines brauchbaren Ersatzes für Glühbirnen. Die bereits weit verbreiteten Energiesparlampen (CFL) haben die Nachteile, dass sie Quecksilber enthalten und nur in engen Grenzen dimmbar sind. LED-Lampen erzeugen viel Wärme und verändern die Lichtfarbe über die Lebensdauer.

Die neue ESL-Birne (Electron Stimulated Luminescence™) funktioniert in etwa wie ein Röhrenmonitor. Eine Elektronen-Kanone feuert auf eine Phosphorschicht und bringt diese zum Leuchten. Das Ergebnis ist laut Hersteller eine Lampe, die beliebig dimmbar und sofort mit voller Helligkeit einsatzbereit ist, wenig Energie verbraucht und etwa die gleiche Lebensdauer hat, wie eine derzeitige Energiesparlampe. Die Lampe soll keine giftigen Stoffe enthalten und prinzipiell über den Hausmüll entsorgt werden können (auch wenn der Hersteller Recycling als den besseren Weg betont).

Klingt gut, soweit… bin gespannt auf Meinungen in den Kommentaren.

1 http://www.vu1.com/

Tod der Todesstrafe!

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 15. September 2009 • Kategorie: Menschliches

Ich habe mich ja kürzlich schon mit dem Gedanken getragen, dass es keine allgemeingültige Wahrheit gibt1. Aus gegebenem Anlass möchte ich das noch einmal aufgreifen. In der F.A.Z. fand ich einen Artikel2, in dem es um ein im Jahre 2004 in Texas vollstrecktes Todesurteil ging. Der per Giftspritze Hingerichtete hatte zuvor bereits 12 Jahre im Gefängnis gesessen. Er wurde beschuldigt, 1991 sein Haus niedergebrannt zu haben, in dem sich seine drei Töchter befanden. Er selbst beteuerte Zeit seines Lebens, dass es sich um einen Unfall handelte. Eher zufällig wurde der Fall jetzt noch einmal beleuchtet und man kam zu dem Schluss, dass wohl doch keine Brandstiftung vorlag. Auch kurz vor der Hinrichtung kam dieser Verdacht wohl schon einmal auf, wurde aber nicht weiter beachtet.

Wie kann es zu so etwas kommen? Müssen für eine Verurteilung zum Tode keine wasserdichten Beweise vorliegen? Das Gesetz sieht das sicherlich so vor, dummerweise sind wir aber alle Menschen. Auch die unter uns, die Gesetze vollstrecken. Es könnte beispielsweise sein, dass ein am Verfahren Beteiligter befangen war. Es könnte bewusste Falschaussagen gegeben haben. Ein Verbrechen also. Es könnte auch sein, dass ein Gutachter einfach einen Fehler gemacht hat. Vielleicht nur einen Kleinen. Ein Freund hat den kleinen Fehler bemerkt, und, um seinem Kumpel keine Probleme zu bereiten, hat er ihn vertuscht. Der Fehler könnte auf diesem Wege größer und größer geworden sein. Die Vertuschungsaktionen ziehen immer weitere Kreise und am Ende führt ein harmloser, kleiner Ausrutscher zum Tod eines Menschen. Gruppen halten halt zusammen. Es ist eventuell schwer, einem Einzelnen einen Vorwurf zu machen.

Es gibt bestimmt Fälle, in denen eine Todesstrafe angemessen erscheint. Aber wer garantiert, dass die Fakten stimmen? Wer garantiert, dass der Angeklagte kein Opfer ist, wenn doch alle mit dem Fall Betrauten auch nur Menschen sind? Niemand! Deshalb finde ich es wichtig, den möglichen Schaden zu begrenzen. In diesem Fall geht das am einfachsten, indem man die Todesstrafe abschafft. Weltweit!

Mehr zum Thema gibt es auch hier:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/
http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe

1 http://oeko-denken.de/archives/43-Keine-endgueltigen-Wahrheiten.html

2 F.A.Z.-Artikel: Als Unschuldiger hingerichtet?

Keine endgültigen Wahrheiten

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 15. September 2009 • Kategorie: Menschliches

Wir leben in einer Grauzone, die Welt ist nicht gut oder schlecht. Selbst die einzelnen Dinge sind es nicht. Unsere Wahrnehmung entscheidet und gut für mich ist nicht gut für alle. Ich zoome mal ein bisschen. Ich sehe ein Atom. Kohlenstoff. Toll. Gut? Böse? Ich weiß nicht. Ich zoome aus. Ein paar Moleküle. Stahl. Oha. Da will ich mich immer noch nicht festlegen. Weiter auszoomen. Ein Messer mit scharfer, feststehender Klinge, gehalten von einer starken Hand. Sehr spitz. Jetzt geht der Alarm meiner Wahrnehmung an. Sieht böse aus! Weiter auszoomen, schnell! Die Hand gehört Herrn Held, der sich schützend vor Frau Gut gestellt hat, um einen Angriff seitens Herrn Böse abzuwehren. Oh, dann ist ja doch alles in Butter! Schnell weiter auszoomen, bis zum blauen Himmel! Komisch, der Himmel ist grau. Herr Böse ist tot. Frau Gut lebt. Herr Böse war Menschen gegenüber ein Arschloch, hatte aber eine gute Ökobilanz. Frau Gut dagegen war zwar immer sehr nett und freundlich, aber auch ziemlich blöde, weswegen sie im hohen Alter ihren Kindern nur Schulden und einen verschmutzen Planeten hinterließ. Herr Held hatte sich aufgrund der kleinen Episode zu einem unerträglichen Aufschneider entwickelt, der den puren Hass in den Gemütern seines Umfeldes gären ließ. Nicht schön. Geradezu Böse, was hier passiert! Kann ich noch weiter auszoomen? Ja. Ich sehe eine Großstadt. Das Leben der drei Personen hatte auf die Stadtentwicklung keinen nennenswerten Einfluss. Die freigewordene Wohnung des Herrn Böse fand schnell einen neuen Abnehmer. Ein junger, politisch interessierter Student mit dem Willen, etwas zu bewegen. Klasse! Weiter raus, weiter raus! Er entwickelt sich zu einem großen Tier bei der NPD. Mist. Der Krieg bringt viele Tote, der entstandene Freiraum erzeugt hinterher aber auch ein Wirtschaftswunder, welches die Mittel in den Händen der Übriggebliebenen versammelt. Großer Reichtum ermöglicht entscheidende Innovationen. Innovationen sind nötig, damit die Menschheit langfristig überlebt, auch wenn eines Tages die Sonne den Geist aufgibt.

Das Spielchen lässt sich unendlich fortführen. Gut und Böse sind Ansichtssache. Abhängig von Zeit, Raum und Kontext. Ist ds Konzept “Gut und Böse” schlecht? Falsch sicherlich, schlecht nicht unbedingt. Wir sind ja einfach gestrickt und brauchen klare Linien, sonst wären wir blockiert und würden nichts erreichen. Wir hätten keine Ziele. Ich hoffe, dass ich selbst von Zeit zu Zeit eine Denkpause einlege, und mich daran erinnere, dass in meiner Sichtweise keine endgültige Wahrheit steckt.

Junge Leute kaufen keine Bio-Sachen?

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 7. September 2009 • Kategorie: Kurz notiert

“Jugendliche verweigern sich dem Öko-Trend” titulierte kürzlich die Website stern.de1. Dem Artikel nach hat “Trendbüro” eine Analyse des Kaufverhaltens durchgeführt und festgestellt:

Die 16- bis 27-Jährigen geben nicht nur weniger Geld für Bioprodukte aus als vor zwei Jahren (minus drei Prozent), 13 Prozent haben noch nie ein einziges Paket Fairtrade-Kaffee oder ein Shirt aus Biobaumwolle gekauft.

Hat das wirklich etwas zu bedeuten? Stern.de scheint zu glauben, dass das ein Abwärtstrend ist. Ich glaube nicht. Denn der Markt ändert sich. Bio-Kaffee steht mittlerweile im Supermarkt im regulären Regal und das T-Shirt aus Bio-Baumwolle gibt es bei H&M. Dadurch ist es sicherlich für 13% der Jugendlichen möglich, bereits Bio gekauft zu haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Nicht jeder geht ja mit offenen Augen durch die Welt, und das ist etwas, was noch nie anders war.

1 http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/a-i/zukunftsforschung-jugendliche-verweigern-sich-dem-oeko-trend-1507010.html

Datenfluss im Internet öptimieren

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 7. September 2009 • Kategorie: Technologie

Bei heise.de bin ich gerade über einen Artikel gestolpert1, laut dem sich Forscher des MIT und der Carnegie Mellon University damit beschäftigt haben, wie große Internet-Unternehmen (Google, Microsoft, etc.) durch intelligente Lastverteilung ihre Stromkosten senken können. Solche Firmen betreiben in der Regel Rechenzentren an verschiedenen Standorten. Wenn ich beispielsweise www.google.de in meinen Browser eintippe, kann meine Anfrage von unterschiedlichen Servern an weit voneinander entfernten Orten beantwortet werden. Die Verteilung aller Anfragen auf verschiedene Server geschieht derzeit in der Regel nur unter Performance-Gesichtspunkten. Man versucht, die Arbeit gleichmäßig auf alle Server zu verteilen, um möglichst schnelle Antwortzeiten zu erreichen. Ein neuer Algorithmus soll nun die lokalen Schwankungen der Strompreise mit einbeziehen, so dass die Server, die den günstigsten Strom beziehen, stärker ausgelastet werden.

Das ist bis dahin erst mal kein Öko-Thema. Es geht nur um Geld. Ich lese die Meldung trotzdem gerne, denn in der Vortsetzung ergeben sich Möglichkeiten, die auch unserer Umwelt helfen:

  1. Öko-Strom ist/wird günstiger
    Vom Atomstrom wird gerne behauptet, dass er billiger zu haben wäre. Diese Meinung bröckelt aber derzeit2. Und je mehr große Wind-, Solar- oder Wasserkraft-Anlagen zur Stromgewinnung in Betrieb genommen werden, desto tiefer werden die Öko-Strom-Preise fallen.
  2. Möglichkeit der Abschaltung
    Die derzeitige, gleichmäßige Verteilung der Anfragen auf alle Server bedingt, dass die gesamte Hardware ständig in Betrieb sein muss. Bei einer Verteilung nach Strompreis ergäbe sich eine ungleichmäßige Auslastung, die dann am jeweils teureren Standort teilweise Abschaltungen ermöglichen könnte.

1 http://www.heise.de/newsticker/Datenweiterleitung-nach-Strompreis—/meldung/144689

2 http://www.klimaktiv.de/article69_8498.html
und http://www.vorwaerts.de/nachrichten/atomkraft-macht-strom-nicht-billiger