Öko-Denken

Kompostierbares Gedankengut für eine bessere Zukunft

Schade: Analog-Käse ist fast echter Käse

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

Als die Analog-Käse-Debatte aufkam, war die generelle Reaktion vor allem Ärger1. Ich selbst dachte zuerst: “Oh, schön, ist der vielleicht sogar vegan?”

Natürlich darf der Verbraucher nicht getäuscht werden, über eine weite Verbreitung eines veganen Käseersatzes hätte ich mich aber gefreut. Mittlerweile weiß ich es besser: Die Inhaltsstoffe sind denen eines echten Käses recht ähnlich. Es wird lediglich Trockenmilch verwendet und Pflanzenfett beigemischt. Einiges dazu findet man auf der Website von Jeneil BioProducts, einem Hersteller der nötigen Zutaten2.

Demnach wird der Analog-Käse aus Milchpulver, Pflanzenfett, Wasser und einer natürlichen Aroma-Mischung hergestellt, die aus Milch und echtem Käse produziert wird. Schade eigentlich.

1 http://www.nahrungsmittel-blog.de/2009/04/verbrauchertaeuschung-durch-analog-kaese/

2 http://www.jeneil-bioproducts.de/de/produkte/analog-kaese-und-kaeseimitate/

Das gute Bier liegt so nah

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

ÖKO-TEST hat Bier getestet1. Das hat sicher Spaß gemacht. Davon abgesehen hat es die Erkenntnis gebracht, dass das Bier kleiner, lokaler Brauereien sehr lecker schmeckt und bedenkenlos dem der großen Brauereien vorgezogen werden kann. Das ist schön, denn alles, was lokal hergestellt und konsumiert wird, spart Transportwege. Und, was ist dein Lieblingsbier?

1 http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=93322

Kinder suchen im Internet nach Sex-Bildchen

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 28. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Heutzutage müssen Eltern sich zwangsweise mit dem Internet beschäftigen, denn ihre Kinder tun es auf jeden Fall. Diverse Firmen bieten Filter-Software an, die das Web für Kinder sicherer machen soll. Norton hat auch so eine Software im Angebot, und protokolliert dabei offensichtlich das Surfverhalten mit, denn jetzt hat die Firma eine Übersicht über die 100 häufigsten Suchanfragen von Kindern im Web veröffentlicht. Neben allen möglichen Charakteren der Pop-Kultur und populären Websites wie Facebook und Youtube finden sich auf der Liste auch:

Position Suchbegriff
4. Sex
6. Porn
28. Boobs
72. Pussy
81. Girls
86. Naked girls
88. Naked
89. Norton Online Family
89. Nude
89. Playboy
93. XXX

Offensichtlich sind es eher die Jungs, die an nackten Tatsachen interessiert sind. Aber ist die Liste eigentlich erschreckend? Ja. Allerdings nicht, weil nach diesen Begriffen gesucht wird. Ich denke mal, jedes gesunde Kind wird früher oder später ein Interesse an Nacktem entwickeln (und Norton kann keine echte Altersangabe machen). Das war bei uns nicht anders und die Tatsache, dass immerhin 90 von 100 Positionen der Liste nichts mit Sex zu tun haben, ist beruhigend.

Was mich erschreckt:

  1. Laut Norton macht die Software klar und deutlich darauf aufmerksam, dass Filter aktiv sind und die besuchten Seiten protokolliert werden. Ist der kleine Junge auf der Suche nach “Porn” nicht clever genug, um diese Botschaft zu verstehen? Ich hoffe mein Kind wird Teil der Gruppe sein, die nach “Norton Online Family” suchen. Das ist/war der Name der Filter-Software, die das Kind aushebeln muss, um frei surfen zu können.
  2. Wenn man sich die komplette Liste1 anschaut, dann stellt man fest, dass fast alle Suchbegriffe der Pop-Kultur entstammen. Musik, Video, Spiele, Konsum. Das Wetter, ein Wörterbuch, die Wikipedia, MapQuest und Ask.com scheinen die einzigen Ausnahmen zu sein. Es findet sich nichts zu Hunden, Katzen, Pflanzen, Sport(!), Ernährung oder Natur (außer Sex, natürlich).

Es kommen (wie schon immer) spannende Zeiten auf Eltern zu. Und es wird ein hohes Maß an Offenheit und Technologie-Verständnis nötig sein, um mit den Kids nach ihrem 10. Geburtstag noch kommunizieren zu können.

1 http://onlinefamilyinfo.norton.com/articles/schools_out.php

(Der die das) Anti-Twitter

Geschrieben von Axel Christ • Mittwoch, 26. August 2009 • Kategorie: Kurz notiert

Es wird immer mal diskutiert, ob die 140-Zeichen-Grenze eines Twitter-Tweets zur allgemeinen Verdummung beiträgt. Jetzt gibt es woofer. Funktioniert genauso wie Twitter, jeder Eintrag muss aber mindestens 1400 Zeichen lang sein. Wenn man sich die derzeitigen Posts anschaut, scheint das der erwähnten Verdummung aber leider erst recht in die Hände zu spielen. 140 Zeichen werden durch zehnmaliges Copy & Paste nicht besser.

Wer sich berufen fühlt, dies zu ändern:
http://woofertime.com

Bedingungsloses Grundeinkommen: Weckt unser Potential!

Geschrieben von Axel Christ • Samstag, 22. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Wir sind auf dem Weg ins Paradies. Wir verstehen es nur noch nicht. Es fing damit an, dass wir vor langer Zeit die Fähigkeit entwickelten, zu sprechen. Seit dem sind wir in der Lage, Wissen weiter zu geben. Und seit dem wächst die Menge und Qualität des Wissens. Was haben wir gelernt? Eine Menge unnützes Zeug aus allen Bereichen des Lebens. Ein besonderes Augenmerk haben wir aber immer darauf gelegt, mit möglichst wenig Arbeit unsere Bäuche zu füllen. Auch heute noch optimieren wir ständig unsere Arbeitsabläufe, große Betriebe können von Zeit zu Zeit tausende von Mitarbeitern entlassen ohne weniger zu produzieren. Das ist toll!

Aber das ist erst der erste Schritt in Richtung Paradies. Der Zweite ergibt sich daraus, dass wir unseren Planeten in einem erlebenswerten Zustand halten müssen. Der beste Weg, das zu erreichen, ist, weniger zu konsumieren. Was keiner kauft, muss auch nicht produziert werden.

Aus den optimierten Arbeitsabläufen und -methoden sowie der sinkenden Nachfrage nach sinnlosem Kram ergibt sich eine enorme Überkapazität. Alle können satt werden, auch wenn kaum jemand arbeitet! Das ist ein Zustand, auf den wir hinsteuern, ob wir wollen oder nicht. Und daraus ergeben sich natürlich auch enorme Arbeitslosen-Zahlen. Das ist das Paradies! Wir müssen nur verstehen, dass es so ist und müssen lernen, damit umzugehen. Wir müssen lernen, dass die Existenz von Arbeitslosen die Frucht unserer Arbeit ist. Wir müssen lernen, dass Arbeitslose keine schuldbehafteten Faulenzer sind, sondern ein logisches Resultat unseres Tuns. Eigentlich könnten wir in der schönen, neuen Welt Schichtpläne einführen, nach denen jeder vielleicht zweimal die Woche für ein paar Stunden arbeiten gehen würde. Das würde reichen. Es ist aber aus zwei Gründen schwer umsetzbar:

  1. Für einige der verbleibenden Jobs ist besonderes Wissen/Talent erforderlich, diese Arbeiten können nur von Wenigen ausgeführt werden. Es ist allerdings zu erwarten, dass diese Wenigen nicht unbedingt eine hohe Entlohnung verlangen werden, denn ihre Arbeit wird ihnen Genugtuung geben.
  2. Nicht alle Menschen sind gleichermaßen zur Teamarbeit fähig. Manche können nicht damit leben, dass das, was sie begonnen haben, von Anderen zu Ende gebracht wird.

Ein Mensch ohne festen Arbeitsplatz ist derzeit oft sehr unproduktiv. Er macht sich große Sorgen, die sein Denken und Handeln blockieren. Er schreibt Bewerbungen, besucht Vorstellungsgespräche, steht beim Arbeitsamt in der Schlange und wird als sozialer Außenseiter früher oder später die Abende damit verbringen, sich zu besaufen. Davon hat offensichtlich niemand etwas. Und das ist der Punkt, an dem das Grundgehalt einen Wandel bringen könnte. Wenn nämlich dieser Mensch ein sicheres Grundgehalt hätte, für das er sich nicht schämen und für das er keine Formulare ausfüllen müsste und welches ihm zeitlich unbegrenzt zustünde, dann hätte er keine Ängste und Sorgen. Er würde weder seinen Frust ersaufen, noch Stunden mit Schlangestehen zubringen. Statt dessen würde er seine Freizeit und die damit verbundenen Möglichkeiten entdecken. Es ist anzunehmen, dass er früher oder später anfangen würde, die Straße vor seinem Haus zu fegen oder Einkäufe für älter werdende Nachbarn zu erledigen. So könnte sich ein Sozialgefüge ergeben, in dem automatisch jeder jedem hilft, einfach weil die Zeit nicht knapp ist. Der Gewinn für den Einzelnen ist dabei unermesslich, ein gutes Gefühl kann man halt nicht kaufen.

Nochmal ganz kurz: Wie unterscheidet sich ein bedingungsloses Grundgehalt vom Arbeitslosengeld oder der Sozialhilfe?

  1. Das Grundgehalt würde jeder bekommen. Egal ob man arbeitet, oder nicht. Das ist wichtig. Nur so ist es dem Nicht-Arbeitenden möglich, sich als Grundgehalts-Empfänger nicht zweitklassig zu fühlen.
  2. Das Grundgehalt muss nicht beantragt und genehmigt werden. Als Empfänger ist man kein Bittsteller.

Linkliste zum Thema:

Ich wünsche ein ertragreiches Grab

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 18. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Die Idee ist klasse. Warum sollten auf Gräbern immer nur Blumen wachsen? Viele Menschen verbringen viel Zeit damit, Gräber regelmäßig zu gießen, Unkraut zu zupfen und alles hübsch in Ordnung zu halten. Ein paar dekorative Tomaten-Pflanzen, ein bodendeckender Kürbis, ein Beerenbusch, alle diese Nutzpflanzen könnten bei dieser hingebungsvollen Pflege sicher gut gedeien. Und der Boden sollte auch nährstoffreich genug sein. Da steckt echtes Einspar-Potential drin, das gesunde Gemüse entlastet ja die Haushaltskasse.

Und woher kommt die Idee? Ich weiß nicht, ob er der erste ist, der sie hatte, aber derzeit ist Richard Sibley aus Somerset (England) damit in der Presse. Seine Kernkompetenz ist eigentlich die Produktion von Schweinefleisch. Jetzt, mit 63 Jahren, hat er aber das Gemüse als geeignetes Mittel entdeckt, um seinen Hof über Wasser zu halten. Er möchte auf seinem Grundstück die Möglichkeit bieten, die Verstorbenen in Särgen aus Weidengeflecht zu bestatten und dann Gemüse auf dem Grab anzubauen1.

Für ihn ist das sicherlich die konsequente Weiterverfolgung seiner letzten Idee. Im Herbst 2008 hat er ein Projekt gestartet2, in dem sich viele Leute ein Eckchen seines Hofes teilen können, um dort Gemüse zu pflanzen oder Hühner zu halten. Die Nutzer sollen sich dabei die Arbeit teilen, was es auch Berufstätigen erlauben soll, ihren Teil beizutragen. Und der Herr des Hofes will darauf achten, dass alles ordentlich gemacht wird. Natürlich erhofft er sich davon, auch seinen Fleischverkauf anzukurbeln. Ich hoffe eher, dass der Gemüseverkauf so gut läuft, dass er auf die ein oder andere Schweinetötung verzichten kann.

1 http://www.wikio.de/news/Richard+Sibley
und http://www.dailygreen.de/2009/08/09/britische-geschaftsidee-gemuse-graber-2055.html

2 http://www.thisisbristol.co.uk/news/Carrot-crunch-8211-grow-farm/article-337510-detail/article.html (Englisch)

Die Öko-Ecke im Internet

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 17. August 2009 • Kategorie: Technologie

Die Überschrift klingt jetzt nicht so hip, trotzdem geht es um aktuelle News und auch noch um das Internet. Es gibt Pläne, eine neue Toplevel-Domain (TLD) einzuführen. Neben “.de”, “.com”, “.org” und vielen weiteren, schon bestehenden Kürzeln, soll in Zukunft die Endung “.eco” angeboten werden. Die Kürzel werden bei der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) beantragt, die dann für jede TLD einen Verwalter einsetzt. Dieser wickelt die Domain-Registrierung innerhalb seiner TLD ab, das heißt, er hat Einfluss darauf, was die Registrierung einer Domain kostet und wer überhaupt Domains innerhalb seiner TLD registrieren darf. Derzeit streiten sich eine Kalifornische und eine Kanadische Gruppe um das Recht, die zukünftige Toplevel-Domain “.eco” verwalten zu dürfen. Beide sind sich einig, dass der Gewinn aus den Registrierungs-Gebühren der Förderung von Öko-Projekten zugute kommen soll. Uneinigkeit besteht hingegen darüber, wer .eco-Domains registrieren darf. Big Room möchte anscheinend deutlich strengere Vergaberichtlinien aufstellen, als Dot Eco. Vorstellbar sei zum Beispiel, dass Domain-Käufer ihre CO2-Bilanz offenlegen müssten.

Da beide Parteien sich einig sind, dass der Erlös für einen Guten Zweck verwendet werden soll, hoffe ich auf jeden Fall auf viele Registrierungen. Dot Eco sagt dazu: “Wir könnten zu einem der größten Beitraggeber für Umweltschutzprojekte auf dem ganzen Planeten werden”[1]. Und dagegen hätte sicher niemand etwas einzuwenden.

1 http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/gerangel-um-neue-oeko-domain/

Ein Eid für angehende Führungskräfte

Geschrieben von Axel Christ • Donnerstag, 13. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Ein paar Harvard-MBAs machten sich aufgrund des seit der Finanzkrise schlechter gewordenen Rufes ihrer Zunft Sorgen um ihre Zukunft. Sie kamen auf die Idee, ähnlich wie Ärzte, einen Eid abzulegen. Dazu gibt es jetzt eine Website1, auf der sich auch Absolventen anderer Schulen zu diesem Eid bekennen können. Zu den Grundsätzen, die man zu befolgen schwört, gehört dabei die Nachhaltigkeit und ein ethisch korrekted Verhalten. Kein schlechter Ansatz.

1 http://mbaoath.org/take-the-oath/

Virtuelles Wasser ist echtes Wasser

Geschrieben von Axel Christ • Donnerstag, 13. August 2009 • Kategorie: Der erste Artikel, Stand der Dinge

Der Begriff “Virtuelles Wasser” hat das Potential zur echten Spaßbremse. Deshalb hier eine Linie. Als letzte Chance, nicht weiter zu lesen.


Na dann. Die eine Tasse Kaffee, die ich gerade trinke, sorgt für einen Verbrauch von ungefähr 140 Litern Wasser. BAM.

Das liest sich übel, für uns passionierte Wassersparer in diesem Land. Der hohe Wert setzt sich aus dem Verbrauch wärend der Anzucht der Kaffee-Pflanzen, der Verarbeitung der Bohnen, der Herstellung der Verpackung und des Transportes zusammen. Es handelt sich um richtiges, handfestes Wasser, welches tatsächlich verbraucht wird.

"Virtuelles Wasser ist echtes Wasser" vollständig lesen

Was wäre wenn alles Gute von oben käme?

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 11. August 2009 • Kategorie: Was wäre wenn?

Wenn dem so wäre, dann hätten wir bestimmt viele, tolle Fangvorrichtungen gebaut, neben denen Windräder wie kleine Grashalme aussähen. Interessant wäre dann natürlich die Frage der Verteilung des Guten. Gehört es mir, wenn die Fangvorrichtung auf meinem Grund und Boden steht? Schätzungsweise. Aber aus welcher Höhe darf ich das Gute abgreifen? Diese Fragen wären besonders existentiell, da ja, wenn wirklich alles Gute von oben käme, hier unten nichts Gutes zu holen sein könnte.

“Oben” ist schon gut dabei

Sonne, Luft und Wasser lassen sich bereits von oben beziehen. Beim Wasser kommt es dabei natürlich darauf an, dass es im Verdunstungskreislauf sein muss. Alles, was von oben kommt, lässt sich in der Regel auch zur Energiegewinnung nutzen. Fehlen also nur noch viele hängende Gärten, um auch ein paar Nährstoffe in den Mix zu bringen. Tierhaltung über unseren Köpfen ist, von Vögeln abgesehen, eher schwierig. Vegetarier haben es also leichter.

Meinem Blog sein Freund, der Baum

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 10. August 2009 • Kategorie: Stand der Dinge

Viele unserer heutigen Freizeitbeschäftigungen sind nicht gut für die Umwelt. Und selbst wenn ich meine Zeit nur damit verbringe, online zu recherchieren, was alles schlecht für die Umwelt sein könnte, dann ist das schlecht für die Umwelt. Denn dafür nutze ich einen Computer und eine Infrastruktur aus Kabeln und Geräten, um auf einen Server zuzugreifen. Strom wird verbraucht, Hardware wird produziert, gewartet und verschrottet. Eventuell atme ich beim Surfen sogar aus oder lasse gar einen fahren. Leise. In den Sessel.

Dagegen hilft es, Bäume zu pflanzen! Denn wer pflanzt furzt zwar auch, aber immerhin nicht in geschlossenen Räumen. Oder vielleicht doch? Bei I Plant A Tree1 kann man jetzt für ein bis zwei Euro einen Baum in die Welt setzen lassen, ohne den Computer zu verlassen. Oder aber auch einen tatsächlich selbst gepflanzten Baum registrieren.

Den Pflanz-Service von I Plant A Tree kann man auch ganz kostenfrei bekommen, wenn man ein Blog hat und bei kaufDA2 vorbei schaut. Diese Seite ist hauptsächlich dafür bekannt, die ganzen Werbeprospekte digital im Internet zur Verfügung zu stellen, die einem immer den Briefkasten verstopfen. Das erlaubt es einem, den typischen “Keine Werbung”-Aufkleber anzubringen, ohne Sonderangebote zu verpassen. In einer aktuellen Aktion können 750 Blog-Schreiber ein kleines, verlinktes Banner auf ihren Seiten einbinden und einen Artikel zum Thema verfassen, dafür zahlt kaufDA dann einen Baum bei iplantatree.org. Damit soll der CO2-Ausstoß eines normalen Blogs neutralisiert werden.

Klingt nach einer Win-Win-Situation. Für mich wird ein Baum gepflanzt und kaufDA bekommt 750 sehr hochwertige Blog-Links für nur einen Euro pro Stück. Ich hoffe, die Macher sponsern dabei auch mindestens einen eigenen Baum, um den zusätzlichen Blog-Inhalt und -Verkehr aufzuwiegen.

1 http://iplantatree.org/index.html

2 http://www.kaufda.de/umwelt/co2-neutral/

LOHA-OLIBA

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 10. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Seit irgendwann im Jahre 19991 gibt es wohl den Begriff LOHA. Das Akronym steht für Lifestyle of Health and Sustainability oder zu Deutsch: Lebensart der Gesundheit und Nachhaltigkeit. Gemeint ist ein Lebensstil, bei dem man auf diese Dinge achtet:

  1. Die eigene Gesundheit
  2. Erfreuliches Leben mit Stil
  3. Sozialverträglichkeit des eigenen Handelns
  4. Umweltverträglichkeit des eigenen Handelns

Es handelt sich also um den neuen Typ des alten Ökos, der sich jetzt nicht mehr in formlosen Säcken kleidet und hinter dem Komposthaufen wohnt sondern statt dessen Designermode trägt, die aus Bio-Rohstoffen (organic cotton) und ohne Kinderarbeit und sonstige schlechte Arbeitsbedingungen (sweatshop-free) fair hergestellt wurde, sich fit hält und von seinem guten Einkommen hin und wieder was spendet. Fotos offenbaren erstaunlicherweise, dass viele dieser LOHAs Apple-Computer verwenden und das auch zu der Zeit getan haben, als diese von Greenpeace so geächtet wurden. Deshalb steht in meiner Liste das “erfreuliche Leben” auch vor den uneigennützigen Bestrebungen.

An sich klingt das gar nicht schlecht. Das einzige Problem, dass ich als Deutscher mit dem Akronym habe, ist, dass es mich phonetisch immer an VOKUHILA erinnert… für die glücklich Unwissenden: das steht für “vorne kurz, hinten lang” und beschreibt eine Frisur, die im Englischen mit dem Namen Mullet verachtet wird. Teils noch ergänzt um den OLIBA, den Oberlippenbart.

Also: Prägt einen neuen Begriff und ich bin auch mit dabei2!

1 http://www.kubitz.net/sinnvolles-handeln/ja-ich-bin-ein-loha/

2 http://www.betterandgreen.de/blog/was-bin-ich-auf-der-suche-nach-der-nachhaltigen-identitaet/

Omlet Beehaus

Geschrieben von Axel Christ • Freitag, 7. August 2009 • Kategorie: Produkte

Die Engländer brauchen Bienen. Und damit sind sie nicht alleine. Eine britische Firma hat jetzt aber einen Bienenstock für coole Leute auf den Markt geworfen. Total urban. Das ist an sich eine wirklich gute Idee. Und wenn man sich die Website der Firma durchliest, bekommt man auch den Eindruck, dass die Typen von der Bienenhaltung schon was verstehen1.

Begeistert bin ich von diesem Produkt trotzdem nicht. Wenn man schon Leute ansprechen will, die was Gutes für Mutter Natur tun wollen, warum baut man die Kiste dann aus Plastik und nicht aus Holz? Ich finde auf der Website des Unternehmens auch keinen Hinweis darauf, dass es vielleicht ein besonders umweltfreundlicher Kunststoff sein könnte. Und dann noch der Preis: 465 £ sind doch recht happig. Die klassische Holz-Version kostet deutlich weniger.

Alternative: Die eigene Bienenkiste

In den Kommentaren wurde ich gerade auf das Projekt Bienenkiste2 aufmerksam gemacht, welches mir deutlich besser gefällt: Es handelt sich um eine Seite rund um die eigene Bienenhaltung, zentrales Element ist dabei das Basteln einer eigenen Bienenkiste. Die soll es später auch fertig zu kaufen geben, man kann sich bereits vormerken lassen, Anfang 2010 soll dann der aufgrund der vorgemerkten Stückzahl ermittelte Preis bekannt gegeben werden.

Spannend: Wenn sich sowas durchsetzt, dann bin ich sehr neugierig auf die urbane Imker-Kleidung bekannter Street- und Sportswear-Marken. Und auf den ImkPod, die kleine Taschenbox zum Mitführen der Lieblingsbienchen.

1 http://www.omlet.co.uk/products_services/products_services.php?view=Bees

2 http://www.bienenkiste.de/

Globalisierung. Der einzige Weg.

Geschrieben von Axel Christ • Dienstag, 4. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Die Globalisierung. Ein Reizwort. Ohne sie wäre Vieles anders, gerade in unserem Land, wir waren immerhin mal Export-Weltmeister. Trotzdem erfreut sie sich keiner Beliebtheit. Sie macht auch Vieles schlechter. Lokale Betriebe verkümmern im Angesicht der weltweiten Konkurenz. Produkte werden aus Ländern importiert, denen wir nicht trauen. Arbeitslosenzahlen im Land steigen. Kurz: die Globalisierung ist schlecht. Könnte man sie ungeschehen machen, viele würden es tun.

Manchmal denke ich allerdings, so schlecht ist das alles gar nicht. Es findet ein Ausgleich statt. In armen Ländern gibt es mehr Arbeit, wenn es bei uns weniger gibt. Ich glaube, aus unserer Sicht sieht das alles nur so schlecht aus, weil wir recht weit oben auf der Leiter stehen. Bei einem weltweiten Einpendeln auf ein einheitliches Niveau gehören wir zwangsläufig zu den Verlierern. Aber muss man sich denn als Verlierer sehen? Kann man nicht auch gerne teilen? Glück ist nicht direkt von der Menge des Besitzes abhängig, sondern davon, wie ich mich im Vergleich mit meinem Umfeld einordne. Geht es mir gut, verglichen mit den Leuten, die ich kenne? Werde ich respektiert? Habe ich eine Stellung in der Gesellschaft? An diesen Punkt kann ich auch durch Geben kommen, nicht nur durch Nehmen!

Und was ist mit der Umwelt? Wir machen in unserer industrialisierten Welt die Natur kaputt und die armen Länder dürfen es mit ausbaden? Ja, das hat aber mit Globalisierung nichts zu tun. Das würde auch passieren, wenn wir nie über unseren Tellerrand raus schauen und die armen Länder gar nicht kennen würden. Denn Umweltgifte und Klimaänderungen kennen keine Grenzen. Die Globalisierung führt also auch hier am Ende eher dazu, dass wir uns zumindest einer Schuld bewusst werden und eventuell einen Ausgleich versuchen.

Womit wir an einen zentralen Punkt gelangen: Die Umwelt ist global. Daran können wir nichts ändern. Damit hat auch unser jegliches Handeln immer globale Auswirkungen. Der einzig faire Weg mit dieser gegebenen Situation umzugehen, wäre, umgehend alle Grenzen zu öffnen. Jeder Mensch muss das Recht haben, sich genauso frei über die Kontinente zu bewegen, wie der Wind. Natürlich gäbe das erst mal ein riesiges Chaos. Alle würden an die schönsten Orte ziehen. Aber da diese Orte dann bald nicht mehr schön wären, würden sich die Leute auch wieder verstreuen. Und in ein paar Generationen könnten alle mittelglücklich leben. Vielleicht sogar ganz glücklich.

Offensichtliche Erkenntnisse über Tiere

Geschrieben von Axel Christ • Montag, 3. August 2009 • Kategorie: Menschliches

Die Wissenschaft ist schon eine tolle Sache. Und immer verflixt präzise. Deshalb müssen auch die offensichtlichsten Dinge von Zeit zu Zeit bewiesen werden. Das ist prinzipiell ok. Das Eine baut auf das Andere auf und da ist es schon beruhigend zu wissen, dass mal jemand bewiesen hat, dass 1 + 1 wirklich 2 ist1.

In diesem Fall ist es so, dass es allen vorher schon klar war. Der kleinen Frau von der Straße und dem Mathe-Professor erst recht. Es wird sogar vielerorts gesagt, dass es sich um ein Axiom handelt. Sprich: Es ist einfach so. Der Beweis ist nur ein Gedankenspiel, welches unsere Erwartungen bestätigt.

Warum ist das bei Schimpansen, Hunden, Delphinen und anderen Tieren regelmäßig anders? Warum scheint die Grundhaltung hinter jeder Forschung hier immer zu sein, dass wir alleine über alle möglichen Fähigkeiten verfügen? Mein Lieblingsbeispiel:

Fische empfinden Schmerzen!

Diese Botschaft war ein großer Knüller im Jahre 2003. Solange hat es gedauert, festzustellen, dass Fische Schmerzen empfinden. Die Experimente, die auf dem Weg dorthin unternommen wurden, will ich mir gar nicht vorstellen. Ach ja: 2004 und 2005 wurde die gleiche Entdeckung wiederholt2. Mit anderen Methoden. Immerhin wissen wir jetzt, dass ein Fisch, dem man Essigsäure in die Lippen spritzt, hinterher tagelang nicht fressen mag und seine Lippen an Steinen reibt3.

Fällt dir auch was dazu ein?

Wenn du auch ein Beispiel dazu im Kopf hast, dann hinterlasse doch einfach unten einen Kommentar, wenn möglich mit einem Link zu einem Artikel zum Thema.

1 http://blog.plover.com/math/PM.html (Englisch)

2 http://www.peta.de/web/fische_fuehlen.522.html

3 http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/211692.html